„Drive: Was sie wirk­lich moti­viert“ – eine Buch­emp­feh­lung

10. Oktober 2019 von Philipp Scharff

Basie­rend auf der psycho­lo­gi­schen Forschung der letz­ten vier­zig Jahre erläu­tert Daniel Pink in seinem Buch „ Drive“ (2019), was Menschen wirk­lich intrinsisch moti­viert (Auto­no­mie, Kompe­ten­z­ent­fal­tung und Sinn) – und was dieser Moti­va­tion scha­det.

Unser Kollege Phil­ipp Scharff hat seine Top „Take Aways“ für Sie in diesem Blog­bei­trag zusam­men­ge­fasst:

Foto vom Cover "Drive: Was sie wirklich motiviert“
  1. Pink unter­schei­det zwischen Moti­va­tion 1.0 (Essen und Fort­pflan­zung), Moti­va­tion 2.0 (Bestra­fen und Beloh­nen) und Moti­va­tion 3.0 (echte intrinsi­sche Moti­va­tion).
  2. Ein Groß­teil der Orga­ni­sa­tio­nen (Unter­neh­men, Schu­len, Verwal­tun­gen, etc.) operie­ren mit einem Menschen­bild, das auf einem Verständ­nis von Moti­va­tion 2.0 aufge­baut ist. Kurz: Menschen müssen von außen belohnt und ange­reizt werden, damit sie gute Leis­tung erbrin­gen (bzw. kontrol­liert und bestraft werden, damit sie nicht aufhö­ren zu arbei­ten). Oder, um es mit Pinks Worten auszu­drü­cken: „Das ist die Vorstel­lung, Menschen seien eben nur klei­nere, besser riechende Esel“.
  3. Diese aus dem Taylo­ris­mus kommende Annahme hat sich tief einge­schrie­ben in die Prak­ti­ken und Programme von Orga­ni­sa­tio­nen: Bonus­zah­lun­gen, Kontroll­in­stru­mente, Zeit­er­fas­sung, Budget­pro­zesse, etc.
  4. Das Problem dabei: Die aktu­elle Forschung zeigt in wirk­lich span­nen­den Expe­ri­men­ten und Studien, dass extrinsi­sche Moti­va­to­ren zwar wirken, aber eben nur sehr kurz­fris­tig. Mittel- und lang­fris­tig haben sie meist fatale Folgen: Sie können a) intrinsi­sche Moti­va­tion abtö­ten, b) Leis­tung verschlech­tern, c) Krea­ti­vi­tät killen, d) zu unethi­schem Verhal­ten führen, e) abhän­gig machen, f) kurz­fris­ti­ges Denken fördern. Wollen wir das?
  5. Intrinsi­sche Moti­va­tion hinge­gen ist verbun­den mit drei psycho­lo­gi­schen Bedürf­nis­sen: Auto­no­mie­stre­ben, Kompe­ten­z­ent­fal­tung und Sinn. Pink gibt zahl­rei­che Beispiele dafür, wie diese intrinsi­schen Moti­va­to­ren zu verste­hen sind und welche beein­dru­ckende Wirkung sie entfal­ten können – wenn man sie lässt.
  6. Pink konsta­tiert: „Das, was wir nach 40 Jahren inten­si­ver Forschung über Moti­va­tion von Menschen wissen und das, was wir in der alltäg­li­che Praxis in Orga­ni­sa­tio­nen erle­ben, klafft auf der ganzen Welt weit ausein­an­der.

Die span­nende Frage, die sich anschließt: Wie können wir heute Orga­ni­sa­tio­nen gestal­ten, sodass sie Raum für intrinsi­sche Moti­va­tion schaf­fen (und möglichst wenig davon unge­wollt zerstö­ren)? Pink hat dazu einige Ideen – wir auch. Lassen Sie uns dazu gern ins Gespräch kommen. Wir freuen uns – wie immer – über Feed­back und Anre­gun­gen.