Passen­den Spruch parat?

21. Januar 2015 von Dirk Jung
Karikatur von einer Person die Jongliert mit einem Buch, Fragezeichen, Ausrufezeichen, einem Infozeichen ect.

In der Zusam­men­ar­beit mit Kund*innen in der Orga­ni­sa­ti­ons­ent­wick­lung ist es oft unglaub­lich wirk­sam, wenn es Berater*innen gelingt, eine schwie­rige Situa­tion mit einem para­do­xen oder provo­ka­ti­ven Satz auf den Punkt zu brin­gen. Häufig zirku­lie­ren solche Sätze noch mona­te­lang im Klien­ten­sys­tem und veran­kern die gemein­same Prozesser­fah­rung im kollek­ti­ven Gedächt­nis. Ein einzel­ner Satz kann viel auslö­sen: starre Sicht­wei­sen aufwei­chen, harte Gesich­ter zum schmun­zeln brin­gen, Refe­renz­punkt für ein Vorha­ben sein und vieles mehr.

Wir wollen in unse­rem Blog in loser Folge immer wieder einmal solche Sätze zitie­ren, wenn sie uns in der Arbeit begeg­nen.

Zwischen den Jahren habe ich drei solcher Sätze gehört, die mich schmun­zeln ließen:

„Das Ziel ist im Weg.“

(aus der genia­len ARD Fern­seh­reihe „Tatort­rei­ni­ger“)

Ich stelle mir vor, diesen Satz immer dann zu verwen­den, wenn ein Verän­de­rungs­pro­zess zu schei­tern droht, weil das Ziel zu starr oder ambi­tiös gesteckt wurde oder wenn eine hier­ar­chi­sche Ziel­vor­gabe die krea­tive Suche nach neuen Wegen behin­dert.

„Wenn man nicht den Kopf behan­deln kann, dann wenigs­tens die Mütze.“

(Ernst Jandl)

Dieser Satz trifft auf die durch­aus häufig anzu­tref­fende Situa­tion zu, in der die Inter­es­sen und Eigen­schaf­ten der Führung einer Orga­ni­sa­tion auf mitt­lere Sicht nicht verän­dert werden können, ein Change Prozess aber dennoch notwen­dig oder wünschens­wert erscheint. Die „Mütze“ steht dann z.B. für neue Regel­werke oder Bera­tungs- und Aufsichts­struk­tu­ren, an die sich auch die Führung halten muss.

„Es ist besser, sich hinter­her zu entschul­di­gen als vorher um Erlaub­nis zu fragen.“

(Grace Hopper)

Manch­mal werden unsicht­bare Gren­zen in einer Orga­ni­sa­tion (z.B. infor­melle Regeln und Tabus) erst sicht­bar und bear­beit­bar, wenn man sie über­schrei­tet. Oft ist es die Aufgabe von Bera­ten­den, diese „Grenz­pro­vo­ka­tion“ vorzu­neh­men.

Haben Sie auch einen provo­kan­ten Bera­tungs­spruch parat? Wir freuen uns, wenn Sie unse­ren Beitrag kommen­tie­ren und Ihre Sprü­che mit uns und ande­ren Leser*innen teilen.