“Agiles Arbei­ten – brau­chen wir das?”

12. Oktober 2016 von Anna Schulte

“Alle reden von agilen Metho­den, mein*e Nachbar*in arbei­tet neuer­dings mit Scrum und Daim­ler will jetzt auch auf Start-Up-Kultur umstel­len. Auch bei uns sollen die Leute agiler arbei­ten – aber was genau meinen die damit und was hätten wir davon?” So in etwa klin­gen gerade vieler­orts Gesprä­che zwischen Führungs­kräf­ten, die sich die Frage stel­len: Agile Metho­den – wie funk­tio­nie­ren die? Brau­chen wir das wirk­lich? Und wenn ja, wieviel davon und wie genau?

Agile Metho­den – was ist das eigent­lich?

Unsere Kund*innen wenden sich seit eini­ger Zeit aus unter­schied­li­chen Kontex­ten an uns mit der Bitte nach Orien­tie­rung und Infor­ma­tion in Bezug auf agile Metho­den. Wie bereits Dirk Jung in seinem Hinter­grund­ar­ti­kel dazu beschreibt, antwor­ten wir darauf im ersten Schritt mit Fragen: Wozu meinen Sie agile Metho­den zu brau­chen? Was genau soll anders werden? Was wissen oder nutzen Sie bereits?

Dabei begeg­net uns häufig der Wunsch, zunächst im Führungs­kreis einer Abtei­lung oder Orga­ni­sa­tion ein gemein­sa­mes Verständ­nis und einen einheit­li­chen Kennt­nis­stand zum Thema Agili­tät herzu­stel­len. Um dies zu ermög­li­chen, haben wir in der letz­ten Zeit mehr­fach eintä­gige Work­shops für Führungs­kräfte zum Thema “Agiles Arbei­ten” ange­bo­ten. In einer Mischung aus Input, prak­ti­schem Anwen­den, Praxis­bei­spie­len und gemein­sa­mer Reflek­tion führen wir in Inhalte und Ziele agiler Metho­den ein und geben Antwor­ten auf die Fragen: Auf welche Heraus­for­de­run­gen suchen agile Metho­den eine Antwort? Wie funk­tio­nie­ren Scrum, Kanban, Design Thin­king und Co? Was genau wird anders gemacht und was braucht es für eine erfolg­rei­che Anwen­dung?

Scrum, Kanban oder doch lieber Design Thin­king?

Es ist uns ein Anlie­gen, in unse­ren Work­shops Herkunft, Sinn und Ziel unter­schied­li­cher agiler Metho­den darzu­stel­len und deut­lich zu machen, was genau erreicht werden kann mit den zwar in den dahin­ter­lie­gen­den Prin­zi­pien ähnli­chen aber im konkre­ten Anwen­den doch sehr unter­schied­li­chen Metho­den. Was wir dabei nicht verschwei­gen: Agile Metho­den sind mehr als Scrum, Kanban und Co. Viel­leicht verwen­den Sie schon seit 20 Jahren agile Metho­den, ohne sie selbst so zu nennen. Damit sind nämli­che alle Manage­men­t­an­sätze gemeint, die ein Unter­neh­men in die Lage verset­zen, sich schnell und erfolg­reich auf verän­derte Rahmen­be­din­gun­gen einzu­stel­len. Hierzu zählen zum Beispiel Lean Manage­ment und Kaizen – aber auch Metho­den wie die Kolle­giale Bera­tung und viele mehr.

In unse­ren Work­shops fokus­sie­ren wir uns derzeit auf Design Thin­king für Inno­va­ti­ons­pro­zesse sowie Scrum und Kanban für Team- und Umset­zungs­pro­zesse. Zu allen drei Metho­den geben wir eine allge­meine Einfüh­rung und machen deut­lich, was Stär­ken und Heraus­for­de­run­gen in der Anwen­dung sind.

Und was bedeu­tet das für uns?

Im Austausch mit Kolleg*innen tauchen während unse­rer Work­shops viel­fäl­tige Fragen, Beden­ken sowie Verän­de­rungs­im­pulse auf. Je nach Anlie­gen und Kontext ist der Schritt zu mehr Agili­tät größer oder klei­ner, sinn­vol­ler oder viel­leicht auch weni­ger sinn­voll. Oft entsteht dabei zwei­er­lei: Zum einen die Erkennt­nis, dass die Anwen­dung der neuen Metho­den allein kein Wunder­mit­tel ist – Agile Metho­den brau­chen ein passen­des Mind-Set und eine andere Führungs­kul­tur, damit sie wirken können. Und das braucht Zeit. Mehr Itera­tion in der Planung, stär­ke­rer Fokus auf Trans­pa­renz und Kolla­bo­ra­tion im Team und ein neuer Umgang mit Fehlern sind nur einige Stich­punkte dazu.

Ande­rer­seits machen die neuen Metho­den viel­fach Lust, sich gemein­sam auf den Weg zu machen und (im Klei­nen oder Großen) etwas Neues zu probie­ren – gepaart mit der Erkennt­nis, dass damit nicht gemeint sein kann, ab morgen alles anders zu machen. Im Gegen­teil: Die Wert­schät­zung bestehen­der und erfolg­rei­cher Metho­den und Prozesse ist ein wich­ti­ger Teil der Ausein­an­der­set­zung mit Verän­de­rung.

Am Ende eines Work­sh­op­tags steht daher sicher noch kein Master­plan für mehr Agili­tät und es geht auch niemand als Scrum-Expert*in aus dem Raum – aber ein ausrei­chen­des Maß an Infor­ma­tion, um gemein­sam einzu­schät­zen, ob und an welchen Stel­len agile Metho­den in einzel­nen Abtei­lun­gen oder der gesam­ten Orga­ni­sa­tion sinn­voll erschei­nen und was es auf dem Weg dahin braucht – das können wir anbie­ten.