Einblick: denk­mo­dell-Mode­ra­ti­ons­set – Mate­ria­lien, Trans­port und Hand­ling

4. Januar 2018 von Julian-G. Mehler

Im letz­ten Beitrag haben wir Impulse zur Mode­ra­tion von Groß­grup­pen gege­ben. Heute schauen wir nicht auf das Wie? der Mode­ra­tion, sondern viel­mehr auf das Womit? Dabei möch­ten wir Ihnen eine kleine Inspi­ra­ti­ons­hilfe geben: Dési­rée Böse­mül­ler führte zu diesem Zweck ein Gespräch mit dem denk­mo­dell Kolle­gen Herrn Julian‑G. Mehler – Julian spricht im Folgen­den über Mate­ria­lien, Trans­port und Umgang mit seinem ganz eige­nen Mode­ra­ti­ons­set bei denk­mo­dell.

 Julian, du nimmst immer dein Mode­ra­ti­ons­set mit zum Kunden, warum?

Eine wirkungs­volle Mode­ra­tion sollte möglichst viele Sinne anspre­chen. Ich persön­lich lege dabei beson­de­ren Wert auf die Visua­li­sie­rung von Kern­aspek­ten, um Klar­heit in der Mode­ra­tion zu schaf­fen. Bei mir besteht die  Visua­li­sie­rung dann nicht nur aus schwar­zer Schrift, sondern auch aus Symbo­len, Farben und Hervor­he­bun­gen, so wird sie  anspre­chend. Gute Visua­li­sie­rungs­tech­ni­ken sind leicht erlern­bar und schnell umzu­set­zen. Aller­dings haben diese Visua­li­sie­run­gen einen Haken: Damit ich gut visua­li­sie­ren kann, braucht es das passende Werk­zeug. Dieses Werk­zeug gibt es oft nicht in den Mode­ra­ti­ons­kof­fern, die ich bei Kund/innen oder von Veranstalter/innen zur Verfü­gung gestellt bekomme – eine Hand­voll Marker reichen für mich einfach nicht. Wenn ich mein eige­nes Set dabei habe, bin ich entspannt(er) und kann meine ganze Ener­gie auf die Mode­ra­tion konzen­trie­ren.

Was ist für dich passen­des Werk­zeug? Was enthält dein Set ganz konkret?

Ich möchte gerne so wenig wie möglich Mate­rial dabei haben, aber das, was ich dabei habe, sollte möglichst opti­mal sein. Über die Jahre hat sich mein übli­ches Set immer mal gewan­delt. Derzeit besteht es meist aus folgen­den Kompo­nen­ten:

Photo von oben aller denkmodell-Moderationsmateralien, wie Stifte, Timer, Gong und Klebezettel.

Marker

  • 5x Einfa­che Marker mit Keil­spitze: Schrei­ben in Mode­ra­ti­ons­schrift
  • 3x Outliner: Wasser­feste Marker für Zeich­nun­gen
  • 2x 5 verschie­dene Farb­mar­ker: Hervor­he­bun­gen und Farb­schat­tie­run­gen
  • 2x graue Marker: Schat­ten

Weite­res Mode­ra­ti­ons­ma­te­rial:

  • Post-It: 3 Pakete: klein, mittel, groß (hier greife ich immer auf die „super sticky Notes“ zurück, die blei­ben am längs­ten an der Wand haften)
  • Klebe­stift zur dauer­haf­ten Fixie­rung von Karten
  • Klebe­punktrolle für Punkt­ab­fra­gen
  • 2x Time­Timer fürs Zeit­ma­nage­ment
  • Flip­chart­block im Köcher

Mate­ria­lien für die Gruppe

  • Glocke oder Gong als Pausen­si­gnal
  • Laut­spre­cher für ange­nehme Hinter­grund­mu­sik in den Pausen
  • Ball + Zoll­stock für den Ener­gi­zer zwischen­drin

Wie trans­por­tierst du das alles?

Anfangs hatte ich ein Set, in welchem ich die einzel­nen Stifte noch sortiert rein­klemmte etc. Mitt­ler­weile habe ich für die Stifte und Post-Its nur noch eine simple Mode­ra­ti­ons­ta­sche. Meist gibt es nach einem Einsatz ein Debrie­fing und dann muss man auch schon wieder zum Zug. Da ist es hilf­reich, wenn das System einfach ist.

Die Tasche selbst passt wunder­bar in jedes Hand­ge­päck und gehört da auch beim Flie­gen hin. Nichts würde mich für eine anste­hende Mode­ra­tion mehr beun­ru­hi­gen, als wenn mein Mode­ra­ti­ons­ma­te­rial unter­wegs abhan­den­kommt.

Nimmst du immer dieses Set mit oder unter­schei­det es sich von Fall zu Fall?

Meist ist es tatsäch­lich dieses Set. Bei einer Groß­grup­pen­mo­de­ra­tion packe ich meist noch 20 einfa­che schwarze Marker ein und 3 extra Post-It-Pakete. Für mate­ri­al­in­ten­sive Work­shops, wie z.B. in einem Inno­va­ti­ons­pro­zess à la Design Thin­king, können es auch mal 9 Pakete Post-Its für 3 Tage sein und auch je Gruppe ein Time­Timer.

Merken die Kunden, wie wich­tig dir das Mode­ra­ti­ons­set ist?

Hoffent­lich nicht. Es sollte höchs­tens spür­bar werden durch gute Visua­li­sie­run­gen und reibungs­lo­ses Mate­ri­al­hand­ling und meine Mode­ra­tion, die nicht durch Mate­ri­al­su­che unter­bro­chen ist. Zudem sage ich meist im Vorfeld, dass ich kein Mode­ra­ti­ons­ma­te­rial brau­che, womit ein Punkt in der Auftrags­klä­rung entfällt.

Im Büro haben wir das Hand­ling des Mode­ra­ti­ons­ma­te­ri­als deut­lich verän­dert. Kannst du das kurz teilen?

Ja, uns ging es ja auch nicht anders, als eini­gen unse­rer Kund/innen: große und umfang­rei­che Mode­ra­ti­ons­kof­fer oder ‑tische neigen dazu, mit der Zeit unüber­sicht­lich und chao­tisch zu werden. Als wir uns aber nach Stan­dard­kof­fern und ‑tischen umsa­hen, waren diese nicht auf unse­ren eigent­li­chen Bedarf ange­passt. So haben wir unsere Mate­ri­al­sta­tion im Büro selbst entwi­ckelt – quasi custo­mi­zed. Ziel war es, maxi­mal einfach und über­sicht­lich zu gestal­ten und nur das zu inte­grie­ren, was wir tatsäch­lich bei einer Mode­ra­tion benö­ti­gen. Heraus­ge­kom­men ist ein roll­ba­rer Trol­ley basie­rend auf Stucobo-Elemen­ten und einem Mode­ra­ti­ons­auf­satz in Eigen­ent­wick­lung. Eigent­lich ist es das kleine Mode­ra­ti­ons­set in statio­nä­rer Version.

Was ist daran jetzt beson­ders?

Eigent­lich nicht viel, weil der Inhalt kaum anders ist, als die oben beschrie­be­nen Mode­ra­ti­ons­ma­te­ria­lien – nur eben hier nicht in einer Mode­ra­ti­ons­ta­sche sondern in einem mobi­len Möbel­stück. Dementspre­chend haben wir bei diesem Modell das Setz­kas­ten­prin­zip gewählt. Folgende Elemente waren uns dabei wich­tig:

  • Mobi­li­tät: Der Tisch sollte leicht roll­bar sein, aber stabil. An den beiden Stirn­sei­ten gibt es Leder­griffe.
  • Über­sicht­lich­keit: Alle Stan­dard-Tools soll­ten über­sicht­lich und schnell zur Hand ganz oben auf liegen: Stifte, Post-Its, Time-Timer und Klein­kram. Es sollte so über­sicht­lich sein, dass Unord­nung nicht entste­hen kann.
  • Stifte-Manage­ment: Leere oder defekte Stifte soll­ten nicht  einfach irgend­wo­hin abge­legt, sondern spie­le­risch gesam­melt werden – dafür ist der Nist­kas­ten gedacht, der monat­lich geleert wird.
  • Sonder­ma­te­ria­lien: Diese sind in den Schub­fä­chern, wie z.B. Spiel­ele­mente für Ener­gi­zer oder Mode­ra­ti­ons­kar­ten enthal­ten. Ein Fach enthält ca. 50 einfa­che schwarze Marker – das Fach kann also jeder­zeit in die Mitte des Raumes gelegt werden, damit Teil­neh­mende sich bei Bedarf selbst bedie­nen können.
  • Arbeits­höhe: Wir mode­rie­ren meist im Stehen. Daher ist die Höhe so gewählt, dass es für klei­nere und größere Moderator/innen gleich­sam ergo­no­misch ist. Zudem kann der Trol­ley auch im Sitzen ganz gut bedient werden.
  • Ästhe­tik: Ja, und optisch sollte es auch stim­mig sein – die Farben weiß und grau sowie die Stucobo Möbel finden sich auch an ande­ren Stel­len in unse­ren Semi­nar­räu­men wieder.

Danke Julian für den klei­nen Einblick!

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